pro familia veröffentlicht Jahresbericht 2016

Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor schwierig

Familien brauchen mehr Unterstützung, um ein Leben mit Kindern und Beruf partnerschaftlich zu bewältigen. "Trotz einiger Verbesserungen sind vor allem Alleinerziehende zunehmend von Armut betroffen, ein flexibles Angebot an Kinderbetreuung ist vielerorts nicht oder nicht ausreichend vorhanden und die Strukturen in den meisten Betrieben sind noch wenig familienfreundlich", kritisiert Reiner Johannsen, Geschäftsführer von pro familia Schleswig-Holstein. "Diese Situation wird in allen unseren Beratungsbereichen deutlich."

Zahl der Ratsuchenden steigt weiter an

Wie der Jahresbericht zeigt, steigt der Bedarf an Beratung rund um Partnerschaft, Sexualität, Schwangerschaft und Familie seit Jahren kontinuierlich an. 9.793 Ratsuchende wandten sich 2016 an die landesweit 12 pro familia-Beratungsstellen, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Teams haben 11.014 Beratungen durchgeführt. "Auch in den Familienbüros Bad Bramstedt und Bornhöved, in Kaltenkirchen und Bargteheide wird unser Beratungsangebot sehr gut angenommen", berichtet Johannsen.

Den Hauptschwerpunkt bildet nach wie vor die Beratung werdender Eltern zu sozialrechtlichen Fragen, z.B. Mutterschutz, Elternzeit, Eltern- und Kindergeld, zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und Stiftungsgeldern. Wie schwierig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist, zeigt sich vor allem in der Schwangerschaftskonfliktberatung. Nach wie vor nennen Frauen am häufigsten "berufliche Gründe" für den Schwangerschaftsabbruch.

pro familia fordert Verbesserungen für Familien

pro familia engagiert sich in "Lokalen Bündnissen für Familie" und im Netzwerk "Frühe Hilfen für Familien" für die Familie in jeder Lebensform. pro familia fordert flexible Arbeitszeiten für Mütter und Väter, einen Ausbau qualifizierter Kinderbetreuung und eine gerechte Familienförderung. Gemeinsam mit anderen Verbänden setzt sich pro familia für eine Kindergrundsicherung ein. "Nur so kann jede Form von Familie gerecht und ausreichend gefördert und der steigenden Zahl von in Armut lebenden Kindern begegnet werden." Die Kindergrundsicherung fasst viele Leistungen zusammen und orientiert sich am steuerlichen Existenzminimum. Familien mit keinem oder nur geringem Einkommen erhalten so für die Versorgung der Kinder mehr Geld. Familien mit hohem Einkommen bekommen dagegen genau so viel wie heute, wegen der maximalen Entlastung durch die steuerlichen Kinderfreibeträge. Ausführliche Infos im Flyer von "Bündnis Kindergrundsicherung": kindergrundsicherung.pdf

Angebote zu sexueller Bildung stark nachgefragt

Die Familie ist Thema auch in der Sexualpädagogik von pro familia. Die umfangreichen Angebote zu sexueller Bildung verzeichnen eine große Nachfrage. 2016 haben die Frau-Mann-Teams 13.937 Jugendliche, Eltern und Fachkräfte erreicht. Darüber hinaus arbeitet der Landesverband in fünf spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und häusliche Gewalt. Insgesamt hat pro familia mehr als 26.000 Menschen in Schleswig-Holstein mit Rat und Information geholfen.

Weitere Informationen und Jahresbericht 2016:
pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg
Tel. 04 61 - 90 92 620, info@profamilia-sh.de
Jahresbericht 2016 als PDF: jahresbericht.pdf