Reform der Familienförderung gefordert

"Eine grundlegende Reform der Familienförderung muss dringend auf den Weg gebracht werden." Das fordert pro familia Schleswig-Holstein. "Zunehmend verschlechtert sich die Lage vor allem von Alleinerziehenden. Sie sind besonders stark von finanzieller Not und Überlastung betroffen. Mehr als jede fünfte Familie ist eine Ein-Eltern-Familie, mit steigender Tendenz. Die Familienform darf aber nicht zu einer Benachteiligung führen", betont Landesgeschäftsführer Reiner Johannsen.

Kindergrundsicherung schafft gerechte Familienförderung

Gemeinsam mit anderen Verbänden setzt sich pro familia für eine Kindergrundsicherung ein, die für alle Kinder und Jugendlichen gilt, eine Vielzahl an Leistungen zusammenfasst, sich am verfassungsrechtlich vorgegebenen Existenzminimum orientiert und am Einkommen der Eltern bemessen wird. "Nur so kann jede Form von Familie gerecht und ausreichend gefördert und der steigenden Armut von derzeit rund 2,7 Mio. Kindern begegnet werden." pro familia appelliert an die Politik, den ausgearbeiteten Vorschlag des „Bündnis Kindergrundsicherung“ aufzugreifen. (Flyer siehe unten)

Steigende Nachfrage nach sozialrechtlicher Beratung

Der Zustand einer Gesellschaft spiegelt sich nicht zuletzt in der Beratung rund um Partnerschaft, Sexualität, Schwangerschaft und Familie wider, die pro familia seit nunmehr 50 Jahren in Schleswig-Holstein anbietet. "Im vergangenen Jahrzehnt haben wir deutlich gespürt, dass die soziale Kluft zwischen Arm und Reich kontinuierlich größer wird", stellt Johannsen fest. Erneut angestiegen ist 2015 die Beratung werdender Eltern zu sozialrechtlichen Fragen wie Mutterschutz, Eltern- und Kindergeld, zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und Stiftungsgeldern.

Dieser Bereich macht weiterhin den größten Sektor aus, gefolgt von der Beratung zu Partnerschaft und Sexualität und der Schwangerschafts-
konfliktberatung, die gemäß dem Bundestrend leicht rückläufig ist. Doch nach wie vor nennen Frauen am häufigsten "berufliche Gründe" für den Schwangerschaftsabbruch. "Dies zeigt, dass Mütter und Väter bei der alltäglichen Bewältigung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch immer nicht ausreichend unterstützt werden", kritisiert Johannsen. pro familia engagiert sich auf politischer Ebene für eine Verbesserung und ist in "Lokalen Bündnissen für Familie" und im Netzwerk "Frühe Hilfen für Familien" aktiv.

Zahl der Ratsuchenden steigt

Insgesamt ist die Zahl der Beratungen im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent auf 10.969 angestiegen. 9.201 Ratsuchende wandeten sich an die landesweit 12 pro familia-Beratungsstellen. "Auch in den Familienbüros Bad Bramstedt und Bornhöved, in Kaltenkirchen und Bargteheide wird unser Beratungsangebot sehr gut angenommen", berichtet Johannsen.

Familie ist Thema auch im zweiten wachsenden Arbeitsbereich von pro familia, der Sexualpädagogik. 2015 hat der Landesverband mit seinem Angebot zu sexueller Bildung und Prävention rund 15.400 Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte erreicht. Darüber hinaus arbeitet pro familia in mittlerweile fünf spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und häusliche Gewalt. Insgesamt hat pro familia rund 26.000 Menschen in Schleswig-Holstein mit Rat und Information geholfen.

Jahresbericht und Flyer zur Kindergrundsicherung

Den Jahresbericht 2015 als PDF unter Landesverband
Informationen zur Kindergrundsicherung finden Sie im Flyer von "Bündnis Kindergrundsicherung": kindergrundsicherung.pdf

Weitere Informationen:
pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg
Tel. 04 61 - 90 92 620, info@profamilia-sh.de