Jahresbericht 2014

Rund 28.400 Menschen mit Rat und Information geholfen

Die Zahl der Ratsuchenden ist im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent gestiegen. 9.002 Frauen und Männer wandten sich an die landesweit 12 pro familia-Beratungsstellen. Die Teams haben rund 10.470 Beratungen durchgeführt.

Die Probleme von Familien und gesellschaftliche Missstände zeichnen sich in allen Beratungsbereichen ab, in der Beratung zu Schwangerschaft, Geburt und Familie ebenso wie in der Beratung zu Partnerschaft und Sexualität.

Die Zahlen des zum Internationalen Tag der Familie veröffentlichten Jahresberichts belegen einen erneut gestiegenen Beratungsbedarf werdender Eltern zu sozialrechtlichen Fragen, finanziellen Hilfen und Stiftungsgeldern. Dieser Bereich macht weiterhin den größten Sektor aus, gefolgt von der Beratung zu Partnerschaft und Sexualität und der Schwangerschaftskonfliktberatung.

Dem Bundestrend entsprechend ist die Anzahl der § 219-Beratungen, zu der seit 2014 auch die anonyme Beratung zur sogenannten vertraulichen Geburt gehört, gegenüber dem Vorjahr gesunken, um 4,5 % auf 2.302. Hauptthema im Schwangerschaftskonflikt bleibt jedoch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Zahl der Frauen, die als Grund für den Schwangerschaftsabbruch "berufliche Gründe" nennen, ist gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gestiegen. "Dies macht deutlich, dass vonseiten der Politik und Wirtschaft noch viel zu wenig getan wird, um Frauen und Männern ein Leben mit Kindern zu erleichtern", betont Landesgeschäftsführer Reiner Johannsen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

pro familia fordert flexible Arbeitszeiten für Mütter und Väter, einen Ausbau qualifizierter Kinderbetreuung und eine gerechte Familienförderung.

Beratung zu Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft bietet pro familia auch in den Familienbüros Bad Bramstedt und Bornhöved, in Kaltenkirchen und Bargteheide an. Für Familien in jeder Lebensform engagiert sich pro familia u.a. in "Lokalen Bündnissen für Familie" und im Netzwerk "Frühe Hilfen für Familien".

Nachfrage nach sexualpädagogischen Angeboten enorm gestiegen

Auch in der Sexualpädagogik ist Familie ein Thema. Die umfangreichen sexualpädagogischen Angebote werden zunehmend stark nachgefragt. Großes Interesse findet Ziggy zeigt Zähne - das neue Präventionsangebot gegen sexuelle Gewalt für Kinder, Eltern und Fachkräfte an Grundschulen. 2014 hat pro familia 18.720 Jugendliche, Eltern und PädagogInnen erreicht, über 22 % mehr als im Vorjahr. "Die finanziellen Mittel reichen bei weitem nicht aus, um dem Bedarf gerecht zu werden", kritisiert Johannsen. "Sexualpädagogik ist eine Aufgabe der Bildung, wird aber leider nicht entsprechend gefördert."

Arbeit gegen sexuelle und häusliche Gewalt

Der Landesverband arbeitet in mittlerweile fünf spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und häusliche Gewalt, die in Familien aller sozialen Schichten und meist im Verborgenen ausgeübt wird.

Jahresbericht 2014

Insgesamt hat pro familia rund 28.400 Menschen in Schleswig-Holstein mit Rat und Information geholfen. Mehr über die Arbeit des Landesverbandes, Zahlen, Entwicklungen, Analysen, finden Sie im Jahresbericht 2014. Sie können diesen beim Landesverband anfordern oder als PDF herunterladen: jahresbericht-2014.pdf

Weitere Informationen:
pro familia Schleswig-Holstein
Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg
Tel. 04 61 - 90 92 620, Fax 04 61 - 90 92 649
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